Die 10 Typischen Fehler bei der Katzenhaltung


  1. Sich nicht informieren

Oft nehmen Menschen ohne Katzenerfahrung eine Katze auf, oder es läuft ihnen ein Streuner zu und sie behalten ihn. Der erste Fehler ist dann, sich über Katzenhaltung, Charakter und Bedürfnisse nicht zu informieren. Dann tauchen irgendwann Probleme auf und die Besitzer sind ratlos.

Warum pinkelt meine Katze auf einmal irgendwo in eine Ecke? Warum fällt meine Katze mich an? Sie hat keinen Respekt vor mir, wenn ich sie vom Tisch runter scheuche, sie werden krank oder bekommen Mangelerscheinungen aufgrund falscher Ernährung, sind auf einmal tragend, obwohl sie gerade erst ein Jahr alt ist, und und und…


2. Sich Katzen zulegen, weil sie weniger Zeitintensiv als Hunde sind

„Ich habe für einen Hund keine Zeit, also schaffe ich mir lieber eine Katze an.“

Dieser Satz hat schon so einige Menschen zu Katzenbesitzern gemacht. Doch auch eine Katze ist – gerade in den jungen Jahren – ein sehr Zeitintensives Haustier. Zumindest, wenn man möchte das das Zusammenleben harmoniert und funktioniert. Denn nicht nur Hunde müssen erzogen und beschäftigt werden, auch Katzen!


3. Futter und Wasser falsch platzieren

Die meisten Futterstationen haben 2 Schalen… Für Futter und Wasser. Falsch! Denn das Wasser sollte niemals neben dem Futternapf stehen!

Warum? Die Antwort liegt in der Natur unserer Katzen. Katzen in freier Wildbahn würden nie aus einer Wasserquelle trinken (Wassernapf), welche direkt neben einer zerlegten Beute liegt (Futternapf). Sie würden lieber eine andere Wasserquelle aufsuchen, da das Grundwasser neben der Beute vom Aas verseucht sein könnte.

Siehe dazu auch meinen Beitrag: Warum du den Wassernapf niemals neben den Futternapf stellen solltest.


4. Bedürfnisse und Charakter nicht respektieren

Wer sich eine Katze zulegt hat von dem Zusammenleben mit ihr wahrscheinlich genaue Vorstellungen. Die Einen wollen eine Schmusekatze, die anderen eine Wohnungskatze und wiederum Andere lieber eine unabhängige Katze, die Mäuse fängt und viel draußen ist.

Aber es gibt durchaus auch Katzen die nicht viel schmusen wollen, welche sich als Wohnungskatze nicht wohl fühlen und unbedingt raus wollen, oder die zu faul sind ständig Mäuse zu jagen.

Gerade wenn man eine junge Katze adoptiert, kann man noch nicht wissen, wie sich ihr Charakter entwickelt. Ein guter Katzenbesitzer erkennt die Bedürfnisse und respektiert sie. Bitte seid nicht enttäuscht, wenn eure „Schmusekatze“ sich als unabhängig entpuppt und nicht gerne schmusen mag.


5. zum kuscheln zwingen

Wie oben schon beschrieben gibt es auch Katzen, die nicht so gerne Schmusen wie manche Besitzer sich das wünschen. Wenn man jetzt den Charakter der Katze nicht respektiert und sie zum kuscheln zwingt, sind Probleme vorprogrammiert. Die Katze zum kuscheln zwingen ist respektlos gegenüber ihren Bedürfnissen und genau das wird sie ihrem Besitzer zurück geben. Oft kommt es vor, das sie ihre Besitzer „aus heiterem Himmel“ anfallen, kratzen oder beißen. Wenn du deiner Katze keinen Respekt entgegen bringst, wird sie es auch nicht tun!


6. Wohnung nicht Katzengerecht machen

Wer eine Katze sich ins Haus holt muss sich im klaren sein, seine Wohnung auch Katzensicher zu machen. Wenn Kinder im Haus sind, wird es doch auch so gemacht. Auch für Katzen lauern im Haushalt sonst viele Gefahren, wie z.B. Giftige Pflanzen oder Verletzungen durch gekippte Fenster. Dazu habe ich diesen Beitrag geschrieben: 15 Gefahren für Hauskatzen.

Aber nicht nur ungesehene Gefahren sind ein Problem, sondern auch Unterforderung. Zu einem Katzenhaushalt gehört auch mindestens 1 Kratzbaum und andere Spiel- und Klettermöglichkeiten. Gerade junge Katzen haben viel Energie, die raus muss. Ein Freigänger kann draußen toben und rennen, eine Wohnungkatze muss nunmal in der Wohnung toben. Bietet daher so viele Klettermöglichkeiten wie möglich, auch wenn z.B. Kratzbäume und Kletterwände nicht unbedingt die schönste Deko sind.


7. Erziehung vernachlässigen

„Katzen kann man nicht erziehen“. Diesen Satze höre ich immer wieder und er ist einfach nur falsch! Katzen kann und muss man sogar erziehen, wenn ein Zusammenleben harmonisieren soll.

Deine Katze geht ständig auf den Tisch, geht an dein Essen oder pieselt in die Ecken? Das sind alles Probleme die sich mit Erziehung regeln lassen! Eine gut erzogene Katze muss nicht in ein extra Zimmer gesperrt werden, wenn Essen auf dem Tisch steht. Doch bei der Katzenerziehung gibt es einen grundlegenden wichtigen Punkt, auf den alles weitere aufbaut: Behandle deine Katze respektvoll, dann wird sie es auch mit dir tun!

Bitte informiert euch über Katzenerziehung. Denn eine Katze ist kein Hund und auch kein Mensch! Eine Katze ist und bleibt eine Katze!

(Fortsetzung zu diesem Thema folgt!)


8. Nicht kastrieren lassen

Wieso soll ich meine Katze kastrieren lassen, wenn die doch nur in der Wohnung ist?

Kastrieren bei Kater wie bei Kätzinen ist ein absolutes Muss, auch wenn sie reine Wohnungskatzen sind! Es erleichtert den Katzen und den Haltern erheblich das leben, da Rolligkeit und schreien bei Kätzinen und markieren bei Katern ausbleiben und Folgekrankheiten minimiert werden. Mehr darüber kannst du hier lesen: Müssen Wohnungskatzen kastriert werden?


9. Körpersprache nicht verstehen

Wenn der Katzenhalter nicht lernt die Körpersprache und Signale einer Katze zu deuten, können so einige Missverständnisse enstehen. Z.B. gibt eine Katze klare Signale, wenn sie nicht gestreichelt werden möchte, etwa durch die Drehnung der Ohren, dem Blick, wedeln mit dem Schwanz oder zucken mit dem Fell. Wenn der Halter diese Anzeichen nicht erkennt, könnte es passieren das er gekratzt oder gebissen wird.

Wusstest du, das deine Katze sich bedroht fühlt, wenn du sie anstarrst? Das anstarren in der Katzensprache bedeutet „fixierung“ oder „anvisieren“. Das machen Katzen, wenn sie eine Beute oder einen Gegner anvisieren und angreifen möchten. Starrst du deine Katze an, könnte sie genau das von dir denken.

Deshalb ist es wichtig, den Blickkontakt zu unterbrechen, indem du langsam zwinkerst. Denn auch deine Katze wird dir immer wieder mal zu zwinkern, wenn ihr euch in die Augen seht. Das Zwinkern verhindert Missverständnisse in eurer Kommunikation und signalisiert, das ihr euch nicht gegenseitig angreifen wollt.


10. Katze alleine halten

Leider glauben noch immer viele Katzenhalter den Mythos, Katzen seien Einzelgänger. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Katzen sind sehr gesellige Tiere und brauchen Artgenossen! Der Mensch kann einen Artgenossen niemals komplett ersetzen.

Der Irrglaube kommt daher, das Katzen Einzeljäger sind. Sie gehen alleine auf Beutejagd, doch verbringen sie ihre Ruhezeiten am liebsten mit Artgenossen zum gegenseitigen putzen, schmusen, kuscheln und spielen.

Eine reine Wohnungskatze in Einzelhaltung wird daher meistens unterfordert sein, gerade dann, wenn die Halter berufstätig sind. Mit einem Artgenossen könne sie sich in der Abwesenheit des Halters miteinander beschäftigen und spielen. Solche Katzen sind wesentlich ausgeglichener und machen weniger „Probleme“.

Tipps dazu, welche Katzen am besten zueinander passen, findest du hier: Welche Katze passt zu meiner Katze? Rudelerweiterung.


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