Die Zeit vor und nach der Kastration

Eine Kastration steht für deinen Liebling an und du machst dir sicher Sorgen. Ich habe das selbst schon oft genug mitgemacht und verstehe daher sehr gut, wie es dir geht und welche Gedanken du hast.

Aber müssen Katzen unbedingt kastriert werden? Auch Wohnungskatzen? Mehr dazu kannst du hier lesen: Müssen Wohnungskatzen kastriert / sterilisiert werden?


Grundsätzlich wird der Tierarzt dir das wichtigste sagen, was du zu beachten hast. Doch möchte ich dir hier noch einmal alles zum nachlesen geben und Tipps aus eigener Erfahrung.


Davor:

  • Der Tierarzt wird deine Katze als erstes untersuchen, ob sie gesund ist und alle Organe funktionieren, erst dann gibt er sein OK für die kastration.
  • Wichtig ist, das deine Katze unbedingt nüchtern zur OP geht. Ansonsten besteht die Gefahr, das sie während der Narkose erbricht und daran ersticken kann! Deshalb lass dich von deinem Stubentiger nicht klein kriegen, wenn er nach Futter verlangt. Lenke ihn ab mit spielen. Deine Katze sollte mindestens 12 Stunden vorher nichts mehr fressen!
  • Bereite den Transport vor! Hat deine Katze Angst vor der Transportbox? Plane die Zeit ein, die du evtl. benötigst um sie in die Box zu setzen, damit ihr pünklich beim Termin seit. Vielleicht könnte das euch helfen: 10 Tipps für einen stressfreieren Tierarztbesuch
  • Lege keine frisch geschwaschenen Handtücher oder Decken in den Korb. Am besten ein getragenes T-Shirt von dir, damit der Geruch sie etwas beruhigen kann.
  • Bewahre Ruhe! Deine Katze spürt das, wenn du nervös bist und Angst hast! Das wird sie irritieren und verunsichern.

Danach:

Wenn du deine Katze endlich abholen kannst, wird sie schon wieder so wach sein, das sie ordentlich meckern kann. Katzen vertragen ganz unterschiedlich die Narkose. Das beste Beispiel dafür habe ich hier zu Hause. Meine 3 waren alle total unterschiedlich!

Jerry: War etwas torkelig, ist mal hier hin gegangen, mal da, und hat dann wieder geschlafen.

Benjen: Hat beim Tierarzt schon versucht aus der Box abzuhauen. Zu Hause angekommen ist er sofort aus der Box raus und machte den Eindruck wie ein Betrunkener, der nicht betrunken wirken will 😆 Er hat sein Spielzeug durch die Gegend geschleppt und versuch so zu tun, als wäre nichts gewesen. Doch war er noch sehr „doof“. So hat er sein Spielzeug ins Katzenklo gelegt und drauf gepinkelt…

Rubi: War total K.O. er kam kaum zu sich und war sehr unterkühlt. Ihn habe ich mit einer Wärmflasche unter eine Decke gelegt und schlafen lassen. Er hat bestimmt 2 oder 3 Stunden nur geschlafen, bis er langsam anfing wach zu werden.

Was du beachten solltest:

  • Unbedingt erst etwas fressen und trinken lassen, wenn sie vollständig wach und sicher auf den Beinen sind! Wenn sie von der Narkose noch benommen sind und fressen würden, kann es passieren, das der Schluckreflex noch nicht richtig funktioniert und deine Katze sich verschluckt. Auch hier besteht wieder Erstickungsgefahr.
  • Wenn deine Katze jedoch den ganzen Tag benötigt um wach zu werden, biete ihr wenigstens etwas Wasser an. Manchmal kann es bis zu 2 Tage dauern, bis sie wieder normal fressen.
  • Passe auf, das deine noch benommene Katze nicht klettert! Sie könnte sich überschätzen, runter fallen und sich verletzen (Kratzbäume, Treppen, Sofa, Bett, Schränke, …)
  • Wenn du eine eher ängstliche Katze hast, lasse sie unbedingt noch in ihrer Box, bis sie vollständig wach ist und nicht mehr torkelt! Wenn sie benommen durch die Gegend wackelt kann es ansonsten passieren, das sie Panik bekommt, einfach los rennt und sich selbst verletzt!
  • Versuche ihnen viel Ruhe zu geben. nach der Narkose sind Katzen sehr empfindlich auf laute Geräuche und andere Irritationen.
  • Hebe am besten deine Katze erstmal nicht hoch. Falls es doch mal sein muss, pass dabei auf, das du Kätzinen nicht auf den Bauch drückst oder Kater an dem Hinterteil berührst.
  • Achte darauf, das das Katzenklo gut erreichbar ist. Sie könnte es sonst nicht rechtzeitig erreichen, wenn sie noch benommen ist. Und sei nicht böse, falls doch was daneben geht.
  • Es kann sein, das deine Katze am Anfang keine Ruhe findet. Es scheint so, das sie planlos umher läuft. Evtl. ruft sie auch dabei. Das kommt daher, das sie irritiert ist und nicht versteht was los ist. Da kannst du wenig machen, lass sie laufen und setzte dich zu ihr. Sei präsent als Ruhepol.
  • Überprüfe die Körpertemperatur deiner Katze. Dafür musst du auch kein Thermometer in den Popo stecken 😆 Fühle an Nase, Ohren und Pfötchen und Kopf, ob sie kalt sind. Wenn du meinst, das sie zu kalt ist, und deine Katze dann irgendwann einen Schlafplatz gefunden hat, lege vorsichtig eine Wärmflasche zu ihr. Aber bitte NIEMALS mit kochendem Wasser! Auch nicht mit heißem Leitungswasser! Mache die Wärmflasche gut Handwarm, das reicht! Wenn deine Katze das nicht mag und sich ihr abwendet, lass gut sein und „nerve“ sie nicht damit.
  • Kätzinen müssen oft nach der OP einen Kragen oder einen Body tragen, damit sie nicht an der OP-Wunde am Bauch lecken. Manche Tierärzte verwenden selbstauflösende Fäden, andere normale. Achte unbedingt darauf, das deine Katze sie Sachen nach Vorschrift des Tierarztes trägt!
  • Kater müssen dagegen meistens keinen Kragen oder Body tragen. Auch wird die Wunde an den Hoden meist nicht genäht, da sie nur sehr klein ist. Das deine Katze sich an der Stelle erstmal viel putzt, ist ganz normal und auch nicht schlimm. Doch sollte deine Katze am Anfang nicht zu viel daran lecken. Versuche sie dann etwas abzulenken.

Wenn du irgendwie das Gefühl hast, das etwas an deiner Katze nicht „normal“ ist, scheue dich nicht deinen Tierarzt anzurufen und ihm dein Anliegen zu schildern! Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig nachgefragt!


Ich drück euch Beiden die Daumen! <3

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